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 Fach- und Rehabilitationsklinik für Onkologie (AHB), Hämatologie und Immunologie

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Krebs und Ausdauertraining


Psychischer und physischer Stress im Rahmen einer Krebserkrankung schwächen das Immunsystem. Moderates Ausdauertraining stabilisiert unsere Abwehr wieder, während „überzogenes“ Training sich gerade in einer solchen Situation negativ auswirken kann.

Regelmäßiges Ausdauertraining bei Krebs von täglich 30 min oder 3 x 45 – 60 min ist effektiver als 1 x pro Woche über mehrere Stunden alles „Versäumte“ nachholen zu wollen! 

Zum einen ist ein besserer Trainingseffekt zu erzielen, zum anderen ist die Gefahr der Überlastung geringer! Zusätzlich werden durch regelmäßiges, gezieltes Ausdauertraining die Abwehrkräfte des Immunsystems gestärkt. Ein gestärktes Immunsystem liefert gewisse Schutzmechanismen gegenüber Neuerkrankungen, Zweiterkrankungen und gegen Infektanfälligkeit. 

Dennoch ist es notwendig, sich beim Ausdauertraining an einigen Punkten zu orientieren, um seine optimale Belastung herauszufinden und so ein gezieltes Ausdauertraining durchführen zu können. 

In der Physiotherapie der Sonnenberg-Klinik in Bad Sooden-Allendorf wird Ausdauertraining aus diesem Grunde mit folgenden Parametern durchgeführt: 

Drei Parameter:

Trainingspuls:                                   Richtwert 180 – Lebensalter,
                                                            ggf. medizinischer Check-up (EKG, RR etc.)

SSE:                                                    Sich mittelschwer belastet fühlen (wohlfühlen)
                                     (subjektive Selbsteinschätzung) 

Atmung:                                               Sich noch unterhalten können ohne (völlig)
                                                             außer Atem zu kommen! 

So könnte man in der frühen Phase der Rehabilitation das Ausdauertraining mit Ergometertraining beginnen. Mit zuerst wenig Belastung und 15 min Fahrdauer, je nach Leistungsstand (ggf. auch Fahrdauer reduzieren), kann so der Patient an eine Leistungssteigerung herangeführt werden. 

Im weiteren Verlauf der Rehabilitationsmaßnahme oder begleitend bietet sich an, „Walking“ mit in den Trainingsplan aufzunehmen. Walking heißt übersetzt nichts anderes als schnelles Gehen. Es ist eine gelenkschonende Alternative zum Lauftraining. Es ist nicht so belastend für das Herz-Kreislauf-System und kann über die Schrittfrequenz und das Streckenprofil wunderbar für fast jeden Leistungsstand angewendet werden. 

Wer sein Ausdauertraining am Heimatort abwechslungsreich gestalten will, kann o. g. Trainingsformen auch im täglichen Wechsel absolvieren oder je nach Können und körperlicher Verfassung auch mit Lauftraining/Jogging/Schwimmen oder Inlinern ergänzen.  

Positive Auswirkungen eines regelmäßigen Ausdauertraining s 

Herz:

  • Absinken von Ruhepuls und Belastungspuls

  • Verbesserte Durchblutung des Herzmuskels

  • Ökonomisierung der Herzarbeit und geringere Herzbelastung

Gefäßsystem und Blut:

  • Geringeres Risiko von Arteriosklerose

  • Geringere Stresshormonausschüttung

  • Bessere Versorgung der Organe und der Muskulatur mit Sauerstoff und Nährstoffen

  • Bessere Fließeigenschaften

  • Geringere Thromboseneigung

  • Vergrößerte Blutmenge und vermehrter Hämoglobingehalt

Atmung:

  • Verbesserung der Atemökonomie für vergleichbare Belastungen

Risikofaktoren:

  • Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Abschwächung bzw. Beseitigung von Risikofaktoren wie z. B. Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte, erhöhter Harnsäurespiegel und Bewegungsmangel

Osteoporose:

  • Vermutlich vorbeugende Wirkung

Muskulatur:

  • Verbesserte Durchblutung

  • Verbesserte O2-Aufnahme, -Speicherung, -Verarbeitung

Immunsystem:

  • Stärkung des Immunsystems

Leistung:

  • Verbesserte Ausdauerleistungsfähigkeit und gesteigerte Leistungsfähigkeit im Beruf, im Alltag und in der Freizeit

Regeneration:

  • Beschleunigte Erholung, verbesserte Regenerationsfähigkeit

Körperformung:

  • Zusätzlicher Energieverbrauch, Fettabnahme, Körpergewichtsreduktion bei Übergewichtigen im Zusammenhang mit einer Ernährungsumstellung

Psyche:

  • Verbesserung des Wohlbefindens, Abbau von Stress, Anspannung und Ängsten, Entwicklung von Körperbewusstsein, Verbesserung der Körperwahrnehmung, Steigerung des Selbstbewusstseins

Volker Schuchhardt
Leiter Physiotherapie

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Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.

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Aktualisiert: Juni 2010

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