Information und Beratung nach
Krebs Information sbedürfnis bei Krebskranken bei der Rehabilitation Fragt man Patienten in
onkologischen Rehabilitationskliniken nach ihren Wünschen und Bedürfnissen,
so steht die Information und Beratung über Krankheit, Therapie,
Tumorentstehung, Nachsorge an vorderster Stelle. In der
Sonnenberg-Klinik in Bad Sooden-Allendorf haben wir 300 Patienten nach
ihrem Behandlungsbedarf aus einem Leistungsspektrum von 40 verschiedenen
Therapieangeboten befragt. Neben dem Wunsch nach gezielter Therapie von
Belastung und Beschwerden wurden am häufigsten Informationsveranstaltungen
gewünscht, wobei die Nutzung von ärztlichen Vorträgen und Seminaren während
der Rehabilitation als besonders wichtig angesehen wurde. Der Wunsch
nach Information und Beratung kann sich im Verlauf der Erkrankung ändern.
Das Information
sverhalten von
betroffenen Krebspatienten kann variabel sein und
informationssuchend oder informationsmeidend
sein. Der Wunsch nach
Information
und Beratung nach Krebs und die Vorstellung über die
Arzt-Patienten-Beziehung sind dabei häufig abhängig von Alter und
Geschlecht, der kulturellen Einbindung und besonderen Lebenserfahrungen.
Auch das Stadium der Erkrankung, Persönlichkeitsfaktoren und der persönliche
Stil der Krankheitsbewältigung beeinflussen das
Informationsbedürfnis.
Die Angst Krebskranker scheint durch ein erhöhtes
Informationsangebot
nach wissenschaftlichen Untersuchungen nicht zuzunehmen. Mehr
Information/Beratung und das Einbeziehen in Entscheidungsprozesse erhöhen
die Zusammenarbeit zwischen Patient und Arzt, reduzieren die Belastungen
durch Nebenwirkungen und können die Hilflosigkeit und Ängste der
Patienten mindern. Informationsstand nach Abschluss der primären Krebstherapie Das
Informationsbedürfnis
der Tumorpatienten ist insbesondere in der Rehabilitation sehr hoch. Zu
diesem Zeitpunkt ist der diagnostische Prozess und die oft monatelang
dauernde Therapie beendet, die Patienten haben Erfahrungen mit
zahlreichen Ärzten gemacht. Häufig sind die Informationen der
verschiedenen Ärzte vom Patienten nicht oder nicht vollständig
aufgenommen oder verstanden worden. Vielleicht hat der Patient auch
nicht nachgefragt oder war nach der Mitteilung der bösartigen Diagnose
so gelähmt, dass alles an ihm vorbeiging. Offenbar erreichen wichtige
und für die Sicherheit einer Therapie wesentliche Informationen den
Patienten in der Akutklinik nicht ausreichend. Fragt man Krebspatienten
nach ihren
Informationswünschen
an die sie behandelnden Ärzte, so fordern sie verbesserte Information
über Diagnostik, Therapie und Therapiefolgen im Akutkrankenhaus. Zur
Verbesserung der
Informationsaufnahme
sollten folgende Grundsätze befolgt werden. 2. Nachfragen, wie der Kenntnisstand ist 3. Ermutigung zum Nachfragen 4. Angehörige und Freunde einbeziehen 5. Schriftliches Material (Broschüren, Merkblätter) bereitstellen
6.
Informationen zu Krankheit, Therapie und Therapiefolgen,
Versorgungssystem und
7.
Soziale Unterstützung geben. Information und Kommunikation in der Rehabilitation Zeitpunkt und Ort der
Rehabilitation sind besonders günstig, Informationen zu vermitteln,
Gesundheitseinstellungen zu beeinflussen und Gesundheitsverhalten zu ändern.
Patienten werden nicht mehr nur als Betroffene, sondern als Partner und
Beteiligte angesehen. In dieser Situation ist die Motivation, sich zu
informieren und beraten zu lassen, besonders hoch. Die
Therapieentscheidung und die Akutbehandlung sind in der Regel
abgeschlossen. Durch Gespräche mit Mitpatienten, Kontakte mit
Selbsthilfegruppen und divergierende Empfehlungen von Angehörigen,
Freunden sowie Empfehlungen aus Presse und Internet sind viele Patienten
verunsichert und haben das Bedürfnis, wieder Ordnung und Sicherheit in
ihrem Leben herzustellen. Hierzu gehören auch das Überprüfen der
Entscheidung, Einholen einer 2. und 3. Meinung und Überprüfen der
Fragen: Habe ich etwas versäumt, was kann ich noch für mich tun? Medizin:
Psychosozial: Psyche und Gesundheit, Umgang mit Stress, Krankheitsbewältigung und Neuorientierung Sozialrecht:
Ernährung:
Darüber hinaus erhalten die
Patienten Anleitungen, sich selbständig weiter zu informieren. Hierzu
gehört eine Patientenbibliothek mit ausgewählten Fachbüchern,
Patientenratgebern und populärwissenschaftlicher Literatur. Daneben
werden in einem Interneteinführungskurs Hinweise auf empfehlenswerte
Websites gegeben. Der Wunsch der Patienten nach
schriftlichem
Informationsmaterial
ist groß. Das zahlreiche Informationsmaterial der pharmazeutischen
Industrie ist wegen der mehr oder weniger versteckten Produktwerbung zur
Weitergabe an den Patienten selten empfehlenswert. Besser sind einige
Broschüren von Selbsthilfegruppen oder der Deutschen Krebshilfe. Gemeinsame Entscheidungsfindung in der Rehabilitation Auch wenn zum Zeitpunkt der Rehabilitation die Entscheidung für die Behandlung meist schon gefallen ist, stellen sich neue Anforderungen und Entscheidungen zur Nachbehandlung und Nachsorge, zum Beruf und zur weiteren Lebensführung. Gemeinsam mit dem Arzt, eine Entscheidung zu diesen Fragen zu treffen (shared-decision-making), setzt einen wechselseitigen Informationsaustausch und eine partnerschaftliche Arzt-Patienten-Beziehung voraus. Das Patientenbeteiligung und Partizipation sich günstig auf das Befinden (z.B. weniger Ängste und Depressionen bei Frauen mit Brustkrebs) und die Therapieergebnisse auswirkten, ist in Studien nachgewiesen. Da das Informationsverhalten je nach kulturellem Hintergrund, Zeitpunkt, im Krankheitsverlauf und Patienteneigenheiten variiert, ist der Arzt gefordert, sich flexibel auf die entsprechende Situation einzustellen. Der Arzt muss abklären, in welcher Situation, bei welcher Entscheidung der Patient wie beteiligt werden möchte. Dies setzt kommunikative Fähigkeiten, die geschult werden können, Flexibilität und genügend Zeit voraus. Auch sollte im Gespräch klargemacht werden, ob die subjektive Welt des Patienten mit seinen Krankheitstheorien und Heilungsvorstellungen von den Vorstellungen des Arztes abweicht. Ein Sonderfall gemeinsamer
Entscheidungsfindung ist speziell in der Rehabilitation die Entwicklung
von beruflichen Perspektiven und die sozialmedizinische Beurteilung. Der
Patient wird hier oft durch viele gute Ratschläge und Empfehlungen vom
Arbeitgeber, von Freunden und Angehörigen und von seiner Krankenkasse
beeinflußt und ist selbst oft sehr verunsichert. Der Arzt kann hier
durch Informationen und Gespräche beitragen, dass Über- und
Unterforderung vermieden werden und der Patient neue Perspektiven
gewinnt und Selbstvertrauen aufbauen kann. Auswirkungen von Information und Beratung Information und Beratung in der Rehabilitation sind von wichtiger Bedeutung für die Krankheitsbewältigung und die Lebensqualität von Tumorpatienten. Darüber hinaus wird vermutet, dass durch diesen Ansatz sich auch die Krankheitsverläufe günstig beeinflussen lassen. Gruppeninterventionen mit informativ-edukativen Ansätzen, wie sie in der Sonnenberg-Klinik in Bad Sooden-Allendorf eingesetzt werden, können zu verbesserter Motivation und Mitarbeit und besserer emotionaler Anpassung führen. Die Daten aus großen Studien belegen die wichtige Bedeutung von Information und Gesundheitserziehung in Rehabilitation und ambulanter Nachbetreuung. (Literatur: Prävention und Rehabilitation 15, 157-163; 2003).
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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